Wie wählt man seinen ersten Kite aus? 🪁

Hast du gerade deinen Kitesurfing-Kurs abgeschlossen? Bist du unsicher, wie du deinen ersten eigenen Kite auswählen sollst? Welche Größe, welcher Typ, neu oder gebraucht? Wir haben die wichtigsten Tipps für dich zusammengefasst!
Diese Fragen stellt sich jeder Anfänger. Inspiriert von den endlosen Diskussionen in Kitesurf-Foren haben wir diesen Guide erstellt. Die meisten Rider entscheiden sich nach dem Kurs für ein Set aus zwei Kites (ein sogenanntes Quiver), meist mit einem Abstand von 3 bis 4 Metern zwischen den Größen, um eine maximale Windrange abzudecken.
Die 4 wichtigsten Faktoren bei der Wahl deines Kites
1. Der Spot: Wo wirst du am meisten kiten?
Die wichtigste Frage ist: Wo ist dein „Heim-Spot“? Die dortigen Windstatistiken sind der entscheidende Faktor für deine Kite-Größen.
Beispiel (Rider mit 80 kg)
Szenario A: Bei moderatem Wind (12–25 Knoten, z. B. Ägypten oder Ostsee im Sommer) benötigst du meist 9m und 13m.
Szenario B: An Starkwind-Spots wie Tarifa (14–35 Knoten) sollten deine Kites kleiner sein, etwa 8m und 12m.
Beobachte an deinem Spot Rider mit ähnlichem Gewicht: Welche Kite-Größen fliegen sie bei typischen Bedingungen? Das ist die beste Referenz für deinen Kauf.
2. Das Gewicht des Fahrers
Dein Gewicht bestimmt, wie viel Power du benötigst. Wenn du bei 12–25 Knoten Wind 110 kg wiegst (statt der 80 kg im Beispiel), solltest du eher über ein Set aus 10m und 15m nachdenken. Bei Starkwind-Bedingungen wären 9m und 13m passender.
3. Kitesurfing-Stil und Fortschritt
Wenn du bereits sicher Höhe laufen kannst, solltest du dir überlegen, wohin die Reise gehen soll: Wave, Freestyle, Big Air oder Foil?
Viele Anfänger starten mit einem Allround-Kite. Wenn dich aber Wellen reizen, lohnt sich ein spezieller Wave-Kite oder ein Hybrid-Kite. Ein Ozone Enduro zum Beispiel lässt sich über die Waageleinen (Bridles) auf Freeride, Freestyle oder Wave einstellen. So sparst du langfristig Geld, da der Kite mit deinem Fortschritt mitwächst.
4. Budget: Neu oder Gebraucht?
Gebrauchtes Equipment ist für den Einstieg super, aber achte auf den Zustand:
- Das Tuch (Canopy): Es sollte nicht zu "weich" sein oder viele weiße Knickstellen haben.
- Die Hinterkante (Trailing Edge): Prüfe sie auf Risse oder Ausfransungen.
- Dichtigkeit: Pumpe den Kite auf und warte eine Stunde, um sicherzugehen, dass Ventile und Bladder die Luft halten.
Tipp: Ein Jahr altes Material bietet oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Es ist technisch aktuell, meist gut erhalten und deutlich günstiger als Neuware. Vermeide Kites, die älter als 5 Jahre sind – hier können Klebestellen an den Ventilen porös werden.
Fazit
Denk daran: Eine 12m eines Modells kann deutlich mehr oder weniger Zug entwickeln als eine 12m eines anderen Herstellers (z.B. zieht ein Core XR stärker als ein Airush Lithium). Sprich mit Experten oder teste verschiedene Marken, bevor du dich festlegst.
Die Wahl des richtigen Kites ist der Schlüssel zu Sicherheit und Spaß auf dem Wasser. In diesem Guide sind wir von einem 80 kg Rider mit einem ca. 137 cm Board ausgegangen. Wie du das perfekte Board findest, erfährst du in unserem nächsten Blogartikel!
Windige Grüße aus Tarifa! :)


